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Boden- und Grundwassersanierung

Flugplatz Parchim - Flugvorfeld - 

 
  Projekt-Kurzbeschreibung:
  Ort: Parchim, Mecklenburg-Vorpommern
  Schaden: Kerosin-Kontamination
  Verfahren: Grundwasserzirkulation
  Autom. Phasenabschöpfung
  Bodenluftabsaugung
  Pump and Treat
  Durchsatz: 40 - 60 m³/h
  Zeitrahmen: 1999 bis 2009
  Anlagenverfügbarkeit: 99 %
  Auftragsvolumen: 2.400 T€ 

Auf dem Gelände einer ehemaligen sowjetischen Liegenschaft auf dem Areal des Flughafens Schwerin-Parchim bei Parchim wurde im Herbst 1993 bei der Entsorgung von Treibstofftanks im Bereich des Flugvorfeldes eine weiträumige Kontamination des Bodens und des Grundwassers durch Mineralölkohlenwasserstoffe (MKW) festgestellt. Nachfolgende Untersuchungen zeigten einen zusammenhängenden Kontaminationskörper mit fließfähiger Kerosinphase, der sich in Grundwasserfließrichtung ausbreitete.

Seit 1999 wird auf dem Gelände eine Sanierungsanlage betrieben. Sie besteht aus einer Grundwasserreinigung mit Phasenabschöpfung zur Entfernung der auf dem Aquifer aufschwimmenden Kerosinphase und einer Bodenluftabsaugung:

 Das belastete Grundwasser wird aus 14 Grundwasserzirkulationsbrunnen (GZB) und 20 Abschöpfbrunnen in einen Vorlagetank gefördert. Aus dem Vorlagebehälter wird das Grundwasser über eine Desorptionsanlage gefördert, die aus zwei parallel geschalteten Stripkolonnen besteht. Nach Passage der Stripanlage wird dem Wasser ein Flockungsmittel zur Ausfällung von Eisen zugesetzt. Es durchströmt dann einen Lamellenschrägklärer und anschließend einen Kiesfilter, so dass entstehende Ausfällungen wie z.B. Eisenhydroxid nicht in den sich anschließenden Wasseraktivkohlefilter gelangen können. Das gereinigte Grundwasser wird abschließend über Reinfiltrationsbrunnen und Rigolensysteme wieder dem Aquifer zugeführt. Die Reinigung der schadstoffbelasteten Abluft aus der Desorptionsanlage erfolgt über eine zweistufige Luftaktivkohleeinheit.

Die Phasenabschöpfung zur Förderung des im Kapillarsaum flotierenden Kerosins besteht aus 22 Systemen. Diese sind in den Abschöpfbrunnen und in einem Teil der GZB installiert. Das geförderte Kerosin wird dezentral installierten Sammeltanks zugeführt und ordnungsgemäß verwertet. Seit Inbetriebnahme der Anlage im Jahr 1999 wurden bereits ca. 150.000 l reines Kerosin (Wassergehalt < 2 %) aus dem Grundwasserleiter entfernt.

Die Bodenluftabsaugung besteht aus insgesamt 5 dezentralen Absaugeinheiten, die jeweils 2 bzw. 3 GZB zusammenfassen. Ziel der Bodenluftabsaugung ist es, die leichtflüchtigen Komponenten abzusaugen und den Kapillarsaum zusätzlich mit Sauerstoff zu versorgen. Dadurch werden die im Boden vorhandenen Mikroorganismen verstärkt zum Abbau der Schadstoffe angeregt. Mittels Unterdruck wird die Bodenluft über die GZB abgesaugt, pro GZB werden ca. 80 bis 120 m³/h Bodenluft gefördert, die über zwei hintereinander geschaltete Luftaktivkohlefilter gereinigt wird. Die Bodenluftsanierung wurde 2003 erfolgreich beendet.

Die gesamte Anlagentechnik wird mittels DFÜ gesteuert und überwacht.

Auftraggeber für die Sanierung ist der Landkreis Parchim, als zuständige Überwachungsbehörde fungiert das Staatliche Amt für Umwelt und Natur in Lübz. Die Sanierung wird durch ein unabhängiges Ingenieurbüro (Fa. UGUC) überwacht.


 

02 | Grundwassersanierung

Parchim - Sondergebiet - 
 
  Projekt-Kurzbeschreibung:
  Ort: Parchim, Mecklenburg-Vorpommern
  Schaden: Kerosin-Kontamination
  Verfahren: Pump and Treat
  Phasenhebung 
  Durchsatz: 100 m³/h
  Zeitrahmen: 2003 bis 2008
  Anlagenverfügbarkeit: 97 %
  Auftragsvolumen: 2.400 T€ 
 



Im Zuge einer 1996 durchgeführten Erkundungskampagne wurde im Bereich des Sondergebietes auf dem Flugplatz Schwerin-Parchim eine erhebliche Kontamination von Boden und Grundwasser durch Kerosin z. T. als fließfähige Phase festgestellt.

Aufgrund der großflächigen Ausdehnung des Schadenskörpers und der vorgefundenen Schadenssituation wird zur Sanierung ein hydraulisches Verfahren angewendet. Es handelt sich um eine Sanierung mittels Grundwasserentnahme kombiniert mit einer Phasenabschöpfung über Zentralbrunnen (21 Stück., Ausbaudurchmesser 400 mm) und aus wabenförmig um die Zentralbrunnen angeordneten Satellitenbrunnen (152 Stück., Ausbaudurchmesser 150 mm).

Eine Grundwasserentnahme erfolgt aus allen 21 installierten Zentralbrunnen und derzeit 51 Satellitenbrunnen mit einer Gesamtmenge von bis zu 100 m³/h. Die Anlagentechnik ist so konzipiert, dass in jeden der 152 Satellitenbrunnen eine von 51 für diese Brunnen zur Verfügung stehenden Pumpen installiert werden kann. So kann auf Verschiebungen des Phasenkörpers, verursacht durch Wasserspiegelschwankungen reagiert werden.

In den Brunnen, die eine messbare Phase aufweisen, ist eine Phasenabschöpfung installiert. Ein Schwimmersystem sorgt dafür, dass immer knapp über der Grenzfläche Wasser / Kerosin mittels einer Druckluftpumpe die vorliegende Phase abgesaugt werden kann.

Das Grundwasser wird aus den 21 Zentralbrunnen und aus max. 51 Satellitenbrunnen gefördert und über ein System aus PEHD Leitungen in die Rohwasservorlage der zentralen Wasseraufbereitungsanlage gepumpt. Von dort wird es mit zwei Tauchmotorpumpen auf zwei parallel geschaltete Stripkolonnen (Durchmesser je 1,8 m, Höhe 8,5 m) gepumpt.

Im Gegenstromverfahren wird Luft durch den Stripturm gesaugt. Die leichtflüchtigen Schadstoffe (BTEX) werden hierdurch aus dem Wasser in die Luft überführt.

Die beladene Luft wird nach dem Austritt aus der Stripanlage mittels Lufterhitzer erhitzt, über einen Luftaktivkohlefilter geführt und anschließend in die Atmosphäre abgegeben.

In dem mit Sauerstoff gesättigten Wasser findet gleichzeitig ein biologischer Abbau der noch vorhandenen Restschadstoffe statt.

Nach der Passage des Stripturmes wird dem Wasser ein Flockungsmittel zur Ausfällung von Eisen zudosiert. Die Flocken werden in einem Schrägklärer (V= 30 m³) aus dem Prozesswasser entfernt. Der sich am Boden des Schrägklärers sammelnde Schlamm wird mittels Exzenterschneckenpumpe diskontinuierlich abgesaugt, über eine Kammerfilterpresse entwässert und bis zur Entsorgung zwischengelagert.

Dem Schrägklärer folgen zwei parallel geschaltete Kiesfilter (Filtergeschwindigkeit 2,5 m/h), die dafür sorgen, dass Restflocken von Eisen und Mangan, die im Schrägklärer nicht zurückgehalten worden sind, nicht in die sich daran anschließenden Aktivkohlefilter gelangen können.

Aus den Kiesfiltern wird das Wasser mit Kreiselpumpen in den Wasseraktivkohlefilter (max. Füllvolumen 12 m³, 2 Stück, parallel geschaltet) gefördert.

Von dort aus gelangt es im freien Auslauf über unterirdisch verlegte Leitungssysteme in offene Grabensysteme, die im An- und Abstrom sowie an den Flanken der Sanierungsfläche positioniert sind, und sowohl getrennt als auch in wechselnder Kombination nach Vorgabe des Bauüberwachers beschickt werden können.

Neben einer fest installierten Phasenabsaugung in den 21 Zentralbrunnen und den Satellitenbrunnen mit Pumpe wird zusätzlich in den Brunnen, die zu Beginn mehr als 5 cm Phase aufweisen eine Phasenabschöpfung betrieben. Die Rückgewinnung der fließfähigen Phase erfolgt über ein Schwimmersystem in Kombination mit Druckluftpumpen.

Die Kerosinphase wird in 5 dezentral auf dem Sanierungsareal angeordneten Tanks à 7 m³ gesammelt und diskontinuierlich einer Wiederverwertung zugeführt.

Bisher wurden ca. 165.000 l Phase zurückgewonnen.

Auftraggeber für die Sanierung ist der Landkreis Parchim. Die Sanierung wird durch das unabhängige Ingenieurbüro UGUC überwacht.

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